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Verschieden Tierarten begegnen sich


Wie können Tiere uns Menschen ein Vorbild sein, was die Einheit betrifft? Wir waren dabei, wie Tiere unterschiedlichster Art zusammengeführt wurden ...
»Der Wolf liegt beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein«, so lautet die Jahrtausende alte Vision des Propheten Jesaja. Es ist die Vision von einem Reich des Friedens, wo Mensch und Tier – aber auch die Tiere untereinander – in Frieden leben. Auf dem friedvollen Land soll diese Vision Wirklichkeit werden.

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Auszüge aus dem Manuskript des Beitrages


O-Ton Silke, Reporterin: „Florian, du betreust einige der Tiere, die hier eine Heimat gefunden haben. Hast du hier schon mal einen Wolf bei einem Lamm liegen sehen?“

 

O-Ton Florian, Tierbetreuer: „Also, einen Wolf habe ich hier noch nicht gesehen und einen Panther auch nicht. Die gibt’s hier in der Region natürlich nicht (lacht) – oder noch nicht, vielleicht kommen sie ja einmal. Aber hier ist es so, dass zum Beispiel die Schafe und die Stiere sehr gut und friedlich zusammenleben. Sie sind oft zusammen auf einer Weide. Sie haben sich von Anfang an gern gemocht und haben sich nie etwas getan.“

 

Silke: „Das heißt, die Schafe grasen zusammen mit den großen Stieren auf einer Weide?“

 

Florian: „Ja, genau, sie grasen zusammen, sind zusammen an der Raufe und sie laufen umeinander herum. Wir können uns das ja mal ansehen. Hier sind jetzt gerade die Stiere auf der Weide. Die Schafe sind gleich nebenan. Sie haben dort ihren Unterstand.  Wir können ja die Schafe einmal zu den Stieren lassen ...“

 

(Das Tor geht auf und die Schafe springen auf die Nachbarweide zu den Urrindern.)

 


Silke: „Im Moment grasen die Schafe ja einfach und interessieren sich eigentlich gar nicht für die Stiere ...“

 

Florian: „Stimmt. Frühmorgens, wenn sie herauskommen, ist erst mal das Essen interessant. Dann grasen sie erst eine Zeitlang, und die Rinder auch. Danach, wenn sie genug gegessen haben, legen sie sich meistens hin und dann wird wiedergekäut. Nach einiger Zeit liegen dann die Stiere und die Schafe friedlich miteinander auf der Wiese.“

 

Silke: „Toll wäre es natürlich, wenn es hier überhaupt keine Zäune gäbe. Dann könnten sich alle Tiere gegenseitig besuchen ...“

 

Florian: „Ja, das ist auch das Ziel für die Zukunft. Wir wünschen uns, dass es überhaupt keine Zäune mehr gibt, dass die Tiere einfach wieder frei leben können in den Wäldern und auf den Wiesen. Aber im Moment ist es noch so, dass es zu viele Gefahren gibt, auch für die Tiere. Allein schon der Autoverkehr ... und es gibt die Jäger. Die sind für die Tiere auch eine große Gefahr. Deshalb ist es im Moment ohne Zäune noch nicht möglich. Man braucht in diesem Fall auch sehr, sehr viel Land, damit die Tiere einfach frei laufen können und sich dann völlig frei bewegen können. Aber irgendwann ist es sicher soweit.“

 

Silke: „Es sieht fast so aus, als wenn die Tiere gegenseitige Nähe suchen, oder?“

 

Florian: „Ja, wahrscheinlich. Das ist so wie mit uns Menschen auch. Wir Menschen haben auch so ein Harmoniebedürfnis in uns, ein Bedürfnis nach Einheit. Wir suchen ja auch die Nähe der Tiere. Wir freuen uns, wenn wir irgendwo Tiere sehen oder wenn wir Kontakt zu Tieren haben. Den Tieren geht es genau so: Sie suchen auch die Einheit mit ihren Artgenossen, mit anderen Tieren und auch mit den Menschen. Nur haben sie eben mit den Menschen oft Schwierigkeiten, weil die Menschen die Tiere so schlecht behandeln. Deshalb haben viele Tiere einfach Angst vor den Menschen, auch Todesangst.“

 

Silke: „Gibt es bei den Weidetieren auf dem friedvollen Land auch noch andere Arten, die sich eine Weide teilen?“

 

Florian: „Ja, da gibt es zum Beispiel die Esel und die Kamerunschafe. Die sind zusammen auf einer Weide und verstehen sich bestens ...“

 

(Auf der Pferdekoppel...)

 

Silke: „Ich stehe hier jetzt mit Ralf auf einer weiteren Weide. Das ist die Weide der Kamerunschafe – aber nicht nur der, sondern auch die der Pferde und Esel, oder?“

 


O-Ton Ralf: „Ja, das ist hier eigentlich die Pferdeweide, eine sehr große Weide. Wir hatten irgendwann die Idee, die Tiere zu mischen. Mit den Pferden waren sowieso schon immer die Esel auf der Weide. Schon seitdem die Esel zu uns gekommen sind, vertragen sie sich sehr gut mit den Pferden. Und dann haben wir irgendwann auch die Kamerunschafe dazu gelassen. Die sind sofort auf die Esel zugegangen ... Esel sind von Natur aus ein bisschen ängstlich – oder vorsichtig, um es so auszudrücken. Sie sind jedenfalls zunächst weggelaufen. Sie haben sich wohl gedacht: ‚Was ist denn da los?’ Nach einer Zeit hat sich doch einer der Esel besonnen, nach dem Motto: ‚Na, wir sind doch viel größer’. Er hat die anderen drei Esel wieder eingesammelt, und dann sind sie zu Viert auf die Schafe zugerannt. Da haben die Schafe einen schönen Schreck bekommen...
Nach ein paar Minuten war’s dann aber wirklich so, dass sich alle miteinander vertragen haben. Am Anfang ist so eine Begegnung für die Tiere ungewohnt, unbekannt, aber sie haben einen unglaublichen Gemeinschaftssinn. Sie gewöhnen sich schnell aneinander. Esel, Pferde und Schafe sind jetzt hier schon seit einigen Monaten zusammen auf der Weide.“

 

Silke: „Und seither grasen sie gemeinsam,  freunden sich an, beschnuppern sich ...“

 

Ralf: „Genau. Die Schafe haben ein kleines Durchgangstürchen, so dass die Esel nicht in ihren Weide herübergehen können. So können die Schafe jederzeit hinübergehen und mit den Pferden und Eseln zusammen sein, aber sie können sich auch auf ihre eigene Weide zurückziehen, ohne von den „Großen“ gestört zu werden.
Die große Vision, die wir haben, ist – vielleicht über Generationen, das weiß man nicht, wie lange dauert – dass alle Tiere zusammenleben können und man gar keine Zäune mehr braucht.“

 

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Schlagworte zu dieser Sendung

Tiere, Einheit, Jesaja, Vision, Prophet, Wolf, Panther, Schafe, Stiere, Esel, Zusammenführung von Tierarten, Zusammenleben

 

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