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Die gerettete Urrindfamilie Maese

Neu Jerusalem-Journal, Folge 5, Kapitel 2


Eine besondere Tierfamilie: Die Urrind-Familie Maese auf dem friedvollen Land. Hermann, ein Tierbetreuer, versorgt sie schon seit Anbeginn: „Maese ist ja jetzt schon drei Jahre bei uns. Am Anfang war er sehr scheu und wollte von Menschen nicht viel wissen. Aber er weiß jetzt, dass er hier auf dem friedvollen Land keine Angst mehr haben muss, geschlachtet zu werden. Das spüren die Tiere einfach, wenn man es gut mit ihnen meint. Es baut sich so über die Zeit ein Vertrauen auf …“ In ihrem neuen Zuhause fühlen sich Maese, Chasry, Karamatu, Cherbelan und Yarschka nun richtig wohl. Ihre Weide mit Unterstand, Fußbad und Dusche ist ja auch eine kleine Oase ...

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Auszüge aus dem Manuskript des Beitrages


O-Ton Gerhard, Reporter: „Wir befinden uns hier auf dem friedvollen Land und besuchen heute eine besondere Tierfamilie: Die Urrind-Familie namens Maese. Hermann, ein Tierbetreuer, betreut sie schon seit Anbeginn. Hermann, das ist eine besondere Rasse. Woher kommen denn diese Urrinder?“

 

Hermann, Tierbetreuer: „Die Urrinder, sie heißen eigentlich Hochland-Rinder, kommen aus dem Nordwesten von Schottland. Maese haben wir vor dem Schlächter gerettet. Er lebte mit seiner Herde auf einer Weide, die nicht weit vom friedvollen Land entfernt war. Wir sahen ihn immer wieder bei strömendem Regen auf der Wiese stehen, auch bei prallem Sonnenschein oder bei einem peitschenden Schneesturm. Er stand da mit traurigen Augen und fügte sich in sein Schicksal. Nur selten hatte er einen Unterstand und war der Witterung immer voll ausgesetzt.

 


Eines Tages bekam seine Kuh ein kleines Kälbchen. Das Kalb versuchte, die übergroße Zitze der Mutter zu erreichen. Aber da die so groß war, konnte sie das Kälbchen gar nicht in den Mund nehmen. Wir haben das Ganze dann dem Eigentümer gesagt. Er sagte einfach nur: 'Ja, da kann man nichts machen, das war letztes Jahr auch schon so – das Kleine stirbt halt.'

Das war für uns der Grund für die Rettung. Wir wollten nicht einfach zugucken, wie das kleine Kälbchen stirbt. Auch wollten wir natürlich die Familie zusammen lassen. Es gelang uns, das Kälbchen und auch Maese und die beiden anderen Kühe freizukaufen.

In der nächsten Stunde haben wir dann einen Anhänger organisiert. Nach mehreren Anläufen gingen die Mutter und das Kälbchen in den Hänger. So ungefähr um Mitternacht ist es uns dann gelungen, ein Fläschchen voll Milch abzumelken. Das haben wir dann dem Kleinen gegeben, und damit war’s gerettet.

Hätten wir diese Nacht noch verstreichen lassen, wäre es mit Sicherheit am nächsten Morgen tot gewesen. Wir haben uns natürlich sofort daran gemacht, hier eine Weide aufzubauen. Wir haben eine Wiese und ein Stück Wald eingezäunt und einen Unterstand gebaut. Wir haben auch einen Hügel aufgeschüttet und ein Fußbecken gebaut. Nach wenigen Tagen konnten wir dann auch Maese und die andere Kuh auf das friedvolle Land holen.“

 


Gerhard: „Tiere sind ja ganz schön sensibel: Fühlen sie, wenn ihr etwas vorhabt?“

 

Hermann: „Also, die Tiere sind sehr schlau – das muss man schon sagen. Wenn man in den Unterstand geht und sie füttert, stehen sie schon alle da. Sie begrüßen einen auch früh morgens. Aber wehe, man kommt mal und führt etwas im Schilde, z.B. wenn man Maese eine Spritze mit Medizin geben will… Dann kommt man nicht mal 10 Meter zum Tor rein, und sie sind schon weg. Sie spüren unsere Gedanken. Sie spüren, ob man wohlgesonnen reinkommt, ob man frei ist, oder ob man etwas im Schilde führt. Das habe ich so oft erlebt …

Diese Dusche hier ist übrigens sehr beliebt. Die Rinder stellen sich zwar nicht ganz drunter, aber sie halten oft den Kopf drunter und lassen das Wasser über die Nase laufen. Und im Becken, da stehen sie oft stundenlang. Wir haben gemerkt, dass die Tiere sich vollkommen entspannen im Wasser. Vor allem im Hochsommer stehen sie zu dritt, zu viert drin.

Das ist ja eigentlich auch natürlich: Normalerweise geht jedes Rind ein bis zweimal am Tag an einen Fluss, Bach oder See, um zu trinken und steht da automatisch mit den Füßen im Wasser. Das ist auch für die Klauen ganz, ganz wichtig, damit sie elastisch und gesund bleiben.
Wenn man mal bedenkt, wie alt ein Rind normalerweise wird: 20 – 30 Jahre. Und ein Stier, der zur Schlachtung gehalten wird, wird in der Regel nur 15 – 18 Monate alt. Die Kuh darf etwas länger leben. Sie gebiert ja jedes Jahr ein Kalb.

Deshalb gibt man ihr so ungefähr 8 Jahre, dann kommt auch sie zum Metzger. Und wenn man jetzt diese Rinder sieht – sie würden alle nicht mehr leben, wenn wir sie damals nicht freigekauft und dem Schlachter damit entrissen hätten.“

 

Gerhard: „Hermann, wenn man sich so umsieht, dann sind das fast paradiesische Zustände. Die Tiere fühlen sich wohl. Welche Ziele gibt es noch? Hast du noch Wünsche für die Tiere?“

 

Hermann: „Ja, Wünsche habe ich immer! Und wenn man die Tiere fragen würde, was sie sich wünschen würden, dann würden sie sagen: ’Viel, viel Land und viel, viel Wald’. Das ist auch unser Ziel. Wir wollen noch viel Wald für sie bekommen, wo sie frei laufen können, wo sie Platz haben, so dass noch mehr ihrer Artgenossen hier auf’s friedvolle Land kommen können.“

 

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Schlagworte zu dieser Sendung

Tierfamilie, Urrind, friedvolles Land, Kalb, Maese, Weide, Tierfamilie, Tierrettung, Unterstand, Weide, Fußbecken, Dusche, Alter von Rindern, Ziele des Projektes

 

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