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Ein emsiges Volk: die Bienen

Neu Jerusalem-Journal, Folge 4, Kapitel 3


Kleine Wesen, die ganz unscheinbar sind, aber doch eine wichtige Aufgabe im Kreislauf der Natur erfüllen. Unser Reporter hat ein emsiges Volk einmal unter die Lupe genommen: die Bienen.

Wenn im Frühjahr das Volk in voller Entwicklung ist, legt die Königin etwa 1.000 bis 1.500 Eier – pro Tag. Entsprechend kommen täglich etwa 1.000 bis 1.500 Jungbienen nach.

Bienen sind sehr sensible Tiere und reagieren sehr temperaturabhängig. Sie überwintern im Stock: Sie schlafen zwar nicht, aber sie ruhen und verlassen ihr Winterquartier erst am 12 Grad aufwärts.

Die Kommunikation der Mitglieder eines Bienenvolkes untereinander gibt immer wieder Anlass zum Staunen: Mit dem von Prof. Frisch beschriebenen Schwänzeltanz teilen sich die Honigsammlerinnen genau mit, wo es den besten Nektar gibt.

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Auszüge aus dem Manuskript des Beitrages


O-Ton Daniel, Reporter: “Wir sind jetzt hier im Tyrinus-Apfelgarten. Die Obstblüte ist in vollem Gange, d.h. die Blüten sind aufgegangen. Hier leben besondere Tiere auf dem friedvollen Land. Hermann, du betreust die Bienen. Die wollen wir uns heute einmal ein bisschen genauer anschauen. Ich sehe, du hast ein besonderes Gerät hier mitgebracht. Was ist das?“

 

O-Ton Hermann, Imker: „Das ist die Pfeife, mit der beruhigt man die Bienen oder man drängt sie ein bisschen zurück. Man darf’s nur blasen, nicht schlucken. Das wäre nicht so gut. Das hier sind Magazine, wie sie bei der Magazinimkerei üblich sind. Es sind zwei Magazine drauf. Bis etwa in zehn Tagen wird das dritte aufgesetzt, weil die Bienen jetzt in voller Entwicklung sind: z. B. die Königin legt jetzt zur Zeit etwa 1.000 bis 1.500 Eier, es kommen also täglich 1.000 bis 1.500 Jungbienen nach. Aber alte Winterbienen gehen ab, vielleicht 200 bis 300 am Tag, und deswegen wächst jetzt dieses Bienenvolk. Im Augenblick sind etwa so 25.000 bis 30.000 Bienen im Kasten.

 

Die Waben waren vor einer Stunde noch leer. Man sieht jetzt schon den ersten Nektar, der erste Honig ist drin. Der Nektar - Blütennektar - wird eingetragen mit etwa 80% Wasser und wird von den Bienen verarbeitet. Der fertige Honig hat dann noch zwischen 16% und 20% Wasser.

 


So, wir haben Glück, hier ist… die Königin. Erstens ist sie wesentlich größer und etwas anders in der Farbe. Sie ist etwas dunkler und ist gezeichnet, das ist das Geburtsjahr 2005, mit dem blauen Punkt. Und das, was man hier sieht, das braune, das ist alles abgedeckte Brut.

 

 


Die Königin legt zwei Arten von Eiern: Ein befruchtetes Ei - daraus kann die Arbeitsbiene entstehen - oder eine Königin. Wobei sich die Zellen natürlich unterscheiden. Z. B. ist hier schon eine Königinnenwiege angelegt, eine besondere Zelle. Wenn da die Königin ein Ei reinlegt, schlüpft eine weitere Königin. Wenn jetzt Jungbienen schlüpfen, ist ihre Aufgabe, zuerst die Zelle zu reinigen. Dann gehen sie in die Brutpflege oder sind als Wächterbienen tätig, auch als Ammenbienen für die Königin. Ab dem zwanzigsten Tag wird die Arbeitsbiene zur Flugbiene, d. h. zur Sammlerin bis zu ihrem Tod.


So, wir haben Glück: das hier sind Drohnenzellen. Das gibt Drohnen, hier die dicken Brummer da. Die Arbeitsbiene braucht von der Eiablage bis zum Schlüpfen 21 Tage und die Drohne, d. h. die männliche Biene, der Drohn, braucht 24 Tage. Der Drohn ist ja nur da, um Jungköniginnen, wenn sie brünstig werden, zu begatten. Wenn er bei der Begattung war, stirbt der Drohn ja sofort.“

 


Daniel: „Hermann, wir haben gerade gesehen, die Bienen sind sehr sensibel, ob Sonne kommt, ob Wind kommt.“

 

Hermann: „Das ist so: die Bienen sind ja temperaturabhängig. Deshalb sind sie im Winter im Stock. Sie schlafen zwar nicht, aber sie ruhen und verlassen den Stock erst ab 12 Grad aufwärts.“

 

Daniel: „Gibt es da eine bestimmte Kommunikation unter den Bienen, das man sagt: ‚He, da oben sind die besten Blüten’ oder ‚Da drüben habe ich ein Feld gesehen.’?“

 

Hermann: „Eine Biene, die eine Nektarquelle gefunden hat, die kommt zurück und macht diesen berüchtigten Schwänzeltanz auf der Wabe. Da gab’s vor vielen Jahren den Professor Frisch, der hat diesen Schwänzeltanz 20 oder 25 Jahre studiert, um herauszufinden: Was soll dieser Schwänzeltanz? Die Biene läuft ja im Kreis und schwänzelt immer mit dem Hinterteil … Er ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Größe des Kreises, die Richtung wie sie läuft der Richtung des Gebietes entspricht, wo es Nektar gibt: nach Entfernung und nach dem Sonnenstand. Die Biene richtet sich sehr nach dem Sonnenstand.“

 

Daniel: „Wie 'unterhalten' sich die Bienen sonst noch?“

 

Hermann: „Da kann man nur vermuten. Man weiß, dass sie durch Berührung kommunizieren, durch bestimmte Bewegungen, oder auch auf Temperaturunterschiede reagieren. Sie wissen, wann sie kühlen müssen, sie wissen, wann sie heizen müssen. Die Bienen nehmen Futter auf und durch Zitterbewegungen, die ja auch Energie kosten, erzeugen sie Wärme.“

 

Daniel: „Wir sehen direkt vor den Bienenstöcken einen kleinen Swimmingpool. Ist das die Tränke?“

 

Hermann: „Das ist eine Tränke. Da schwimmen die Bienen nicht, sondern sie holen Wasser, denn die Bienen brauchen während der Brutzeit viel Wasser. An heißen Tagen nimmt so ein Stock etwa 250 g Wasser auf.

Wir haben hier verschiedene Blütenstände, d. h. noch geschlossen, halb geöffnet, ganz geöffnet. Wenn diese Pollenstäbchen hier abgeerntet sind, wie etwa hier, ist die Blüte bestäubt, da ist nichts mehr zu holen. Hier sind die Knöllchen noch dran, die die Bienen als den Blütenstaub an den Hinterbeinen aufsammeln. Die Blüte, die hat ihren Anfang und dann ihren Höchststand und wenn sie dann bestäubt ist, gibt es auch einen wunderbaren Apfel.“

 


Daniel: „Das heißt also, dass die Biene eine wichtige Aufgabe auch in der Bestäubung hat, damit es viele Früchte gibt im Herbst.“

 

Hermann: „Das ist vollkommen richtig. Vor allem: Desto besser die Blüten bestäubt sind, desto schöner wird der Apfel, desto aromatischer wird er, er wird größer. Man hat z. B. Versuche gemacht mit der Windbestäubung. Man sucht ja immer nach Alternativen. Da hat man festgestellt, dass der Apfel einen Krüppelwuchs hat, er wird kleiner, er schmeckt nicht. Das heißt also, die Ernte wäre ganz minimal, wenn man die Bienen nicht hätte. Wenn wir schon von der Bestäubung reden, Einstein hat vor vielen Jahrzehnten ja schon gesagt: 'Wenn die Biene stirbt" - und er hat es konkret gesagt - 'hat der Mensch noch etwa vier Jahre zu leben'.“

 

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Schlagworte zu dieser Sendung

Obstanbau, Bienenstock, Naturschutz, Blütenpollen, Drohne, Königin, Insekten, Einstein, Biene, Bienenkönigin, Honig, Wabe, Imker, Naturhonig

 

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